Gesas Weg

Gesa Neitzel ist Sachbuchautorin mit Schwerpunkt auf Afrika und Umweltschutz. Mit ihrem ersten Buch, dem Bestseller „Frühstück mit Elefanten“, inspirierte sie viele Menschen. Sie erzählt darin von dem Schritt vor mittlerweile sechs Jahren, als sie ihren Job als Fernsehredakteurin im Berliner Großstadtdschungel an den Nagel hing, um sich im südlichen Afrika zur Rangerin ausbilden zu lassen. Was zunächst nur als einjährige Auszeit geplant war, entwickelte sich schnell zu einer tiefen Verbundenheit mit dem wilden Kontinent und vor allem seinen darauf lebenden Elefanten.

Am schwersten fiel Gesa damals der erste Schritt: „Und ich hatte auf einmal das Gefühl, ich habe mir doch vielleicht ein bisschen zu viel vorgenommen. Auf einmal war da diese Klippe, von der ich springen musste, weil ich wusste: ich will nicht in den alten Job zurück. Also muss in diesem Jahr irgendwas passieren, damit ich was ändere.“

Gesa hatte das Glück, ihren Buchvertrag schon vor dem Sabbatjahr unterschrieben zu haben. Diese Verbindlichkeit war ihr schließlich eine wichtige Stütze und brachte zudem das nötige Geld für die Ausbildung zusammen: „Ich musste das dann durchziehen und das hat mich am Ende auch weitergebracht.“

Die erneute Rückkehr nach Afrika fiel Gesa im Anschluss leicht: „Die zweite Portion Mut, um nach diesem Jahr wieder zurückzukehren, war einfach. Das war kein Schubs von hinten mehr, sondern das war wirklich ein Ziehen von vorne, weil auf einmal meine neuen Freunde da waren und die Elefanten und mein Partner Frank. Dann ging es nur noch zurück und dann musste das irgendwie klappen und weitergehen. Das war, glaube ich, einfach nur Sehnsucht.“

Michi kennt das Gefühl von ihren Reisen: „Ich glaube, wenn man zum ersten Mal so richtig in der Natur ist - und vor allem auch mal auf Safari - spürt man einfach, wie sehr man mit der Natur verbunden ist. Wenn man einmal vor Ort ist, packt einen das wahnsinnig.“


Liebe & Partnerschaft

 Ihr neuestes Buch „Löwenherzen“, das im August 2021 erschien, ist die Fortsetzung von „Frühstück mit Elefanten“. Es handelt von den Roadtrips der letzten fünf Jahre, die Gesa und Frank gemeinsam in Afrika unternommen haben, nachdem sie sich während ihrer Ausbildung zum Safari-Guide verliebt hatten. Mit einem Land Rover lernten sie anschließend auf Reisen unterschiedliche Kulturen, Wildnisgebiete und insbesondere sich selbst als Paar besser kennen.

Gesa erzählt sehr persönlich von ihrer Liebe: „Ich glaube, was uns beide auszeichnet, ist, dass wir beide eine ganz innige Beziehung mit der Natur und der Wildnis und den Tieren eingegangen sind. Seine ist eher so wissenschaftlicher Art und meine Beziehung ist vielleicht eher spiritueller Art.“

Das unzertrennliche Paar befindet sich zurzeit in Australien, wo Frank herkommt, und schlägt bis zur nächsten Afrika-Reise ein paar Wurzeln.

Michi: „Natur verbindet wirklich. Das ist irgendwie etwas, das einen auf einer ganz anderen Ebene zusammenwachsen lässt.“


Gesas Safari-Tipps

1. „Ich würde es auf Safari immer langsam angehen lassen. Gerade heutzutage geht es auf einer Safari darum, zur Ruhe zu kommen, in Ruhe am Feuer zu sitzen oder auch einfach mal einen Morgen im Zelt zu bleiben und das auf Dich wirken zu lassen. Das ist heutzutage so selten, dass Du wirklich an ganz wilden Orten überhaupt noch Zeit verbringen kannst.“

2. Du brauchst viel weniger, als Du denkst. Deine Klamotten sollten nicht schick, sondern zweckdienlich und unbedingt in Tarnfarben sein.

 3. Leg die Kamera auch einfach mal weg. Das ist der schönste und wertvollste Moment.


Vegane Ernährung

Außerdem brachte Gesa in diesem Jahr ein weiteres Buch heraus: „Safari-Kitchen“. Ein veganes Camping-Kochbuch mit wunderbaren Fotos aus Afrika.

Nach ihrer Ausbildung stellte Gesa ihre Ernährung um: „Weil Du Dich irgendwann fragst: Was ist jetzt der Unterschied zwischen dem Büffel auf Safari und dem Rind, das in Form eines Steaks am Abend auf meinem Teller liegt? Du kannst nicht die eine Hälfte der Tiere bewundern und fotografieren und die andere Hälfte dann essen. Das hat für mich einfach im Kopf klick gemacht, dass das nicht zusammengeht. Auf dem afrikanischen Kontinent ist auch ein großes Problem, wie an vielen anderen Orten auch, die Landnutzung für Viehzucht und die Zäune, die dafür gebaut werden, wo dann die Wildtiere drin hängenbleiben. Und da gibt es noch die Frage des Klimawandels, die noch unfassbar wichtig ist. Ich wollte mit dem Buch ein bisschen die Angst nehmen vor der veganen Ernährung, dass es kompliziert sei. Es ist wahnsinnig einfach und es ist wahnsinnig lecker und es macht wahnsinnig viel Spaß.“

Michi: „Den Druck rausnehmen. Du musst es nicht perfekt machen, mach es so gut, wie Du kannst. Ich glaube, jeder kleine Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Ernährung hilft. Und wenn Du halt 99 statt 100 Schritte am Anfang gehst, sind das 99 Schritte, die wertvoll sind.“


Wie es weitergeht

Jetzt, wo Gesa Neitzel ihr eigenes Glück gefunden hat, möchte sie unbedingt etwas zurückgeben. Seit diesem Jahr ist sie Botschafterin des Tierschutzverbandes IFAW, der unter anderem auf dem afrikanischen Kontinent sehr aktiv ist: „Sie setzen sich vor allem dafür ein, dass die Menschen vor Ort von diesen Spenden profitieren. Das ist das A und O, denn nur wenn die Menschen vor Ort, die immer noch Tür an Tür mit diesen wilden Tieren leben, davon profitieren, dass sie das tun, oder sozusagen irgendwo auch einen Fuß in die Tür bekommen, können wir die wilden Tiere auf Dauer schützen.“