Wenn Tierliebe ausgenutzt wird

Die Tourismusindustrie nutzt diese Tierliebe der Urlauber*innen schamlos aus, auf Kosten des Wohlergehens der friedvollen Elefanten. Die Interaktion zwischen Mensch und Elefant ist kein natürliches Verhalten, sondern wird den Tieren aufgezwungen. Denn Elefanten sind Wildtiere.

Dazu muss man folgendes bedenken: Die meisten Elefanten werden genau für solche Tourismusangebote aus der Wildnis entrissen und in Gefangenschaft genommen. Getrennt von der Herde werden meistens weibliche Elefanten oder Kälber geklaut. Dies geschieht unter Einfluss von Gewalt und nicht selten werden andere Herdentiere getötet. Die große Nachfrage hat zu einem organisierten Handel mit wild gefangenen Elefanten geführt. Die Tiere werden eingefangen und mithilfe von Gewalt, Nahrungs-, Wasser- und Schlafentzug brutal unterworfen und gefügig gemacht. Denn schlussendlich geht es allein darum, Profit zu machen. Um Profit zu erwirtschaften, müssen die Tiere gehorsam sein. Das ist das Einzige was zählt. 


Das Wohlergehen, die artgerechte Haltung und der Umgang spielt keine Rolle

Das führt zu weitreichenden Konsequenzen: Die friedvollen Dickhäuter werden aggressiv und können Menschen angreifen. Zu lange war die Qual, zu lange wurden sie geschlagen und dressiert. Dass es dabei schon zu Todesfällen und schweren Verletzungen von Menschen kam, wird oftmals nicht erwähnt. 


Was kann ich gegen diese Tierquälerei tun?

Aufmerksam sein: Es ist schön, wenn man sich für Wildtiere interessiert und sie spannend findet, aber Elefantenreiten bringt dem Tier und auch Dir überhaupt nichts. Im Gegenteil: sie müssen Dinge tun, wofür sie nicht geschaffen sind. Diese Aktivitäten sind nur dazu da, seine eigenen Bedürfnisse nachzukommen, die nicht dem Wohle des Tieres entsprechen. Daher frage dich: muss das wirklich sein? Stehen meine Bedürfnisse über dem Wohle des Tieres?

Recherchieren: Es gibt verschiedene Einrichtungen und Angebote. Diese Einrichtungen haben unterschiedliche Namen wie: Rettungsstation (Sanctuary), Waisenhaus (Orphanage) oder schlicht Elefantencamp.
Elefantencamps bieten meistens Elefantenreiten an. Diese Tiere werden oftmals geschlagen und misshandelt, haben Narben am Körper und Gesicht, Stachelleinen oder Fesseln an den Füßen. Rettungsstationen behaupten, dass sie die Tiere genau aus solchen Camps gerettet haben, bieten kein Elefantenreiten, sondern das friedliche Baden und streicheln der Tiere an.

Seriosität: Seriöse Rettungsstationen bieten jedoch keinen direkten Kontakt mit Elefanten an: Also achtet darauf, dass kein direkter Kontakt zwischen Besuchern und Tieren angeboten wird, die Tiere nicht in Ketten gehalten werden, es keinerlei Vorführungen gibt, die Tiere im Gruppenverband leben und sich frei bewegen können.

Alternativen: Die schönste Lösung für alle Elefantenfans sind meiner Meinung nach Führungen und Beobachtungen von wilden Elefanten. Kein Streicheln, kein Reiten, kein Baden. Tiere in der freien Wildbahn zu beobachten ist die natürlichste Variante für alle Beteiligten, denn Elefanten sind keine Haustiere! Ich konnte es selbst erfahren: Das Beobachten von wilden Tieren mit ihrer natürlichen Verhaltensweise in der freien Natur ist das allerschönste und befriedigendste Gefühl, was es gibt. Schöner, als das Reiten oder Streicheln von unzufriedenen, lethargischen und gequälten Tieren jemals sein könnte.

Melden: Bitte beschwert euch bei Reiseveranstaltern und Hotels, die für Veranstaltungen mit direktem Mensch-Tier Kontakt werben. Weist auf Tier- und Artenschutzprobleme hin. Nur wenn viele Menschen bewusst dagegenwirken, kann die Tourismusbranche diesbezüglich gekippt und gewandelt werden. Denn wie überall gilt: Angebot und Nachfrage - wenn keine Nachfrage existiert, dann geht automatisch das Angebot zurück. In diesem Fall würden Elefanten, langsam aber sicher, in Ruhe gelassen werden und könnten in ihrem natürlichen Lebensraum leben.


Du bist neugierig geworden und möchtest noch mehr zum Thema Tierschutz und Freiwilligenarbeit erfahren? Dann schau mal hier in unserem Podcast vorbei: AFFENZIRKUS Podcast und höre dir Folgen wie diese an: Mit welchem Bewusstsein wir den afrikanischen Kontinent bereisen sollten - Interview mit Miriam oder 3 Gründe, Freiwilligenhelferin zu werden

Hier kommst du zu den anderen Beiträgen unserer Reihe "Tierschutzfallen": Tierschutzfalle - Lion Walk, Tierschutzfalle Faulaffen und Gibbons

Du möchtest selbst aktiv werden und als Freiwilligenhelfer*in in einer unserer geprüften Stationen verreisen? Finde hier Dein passendes Projekt für Dein großes Abenteuer!