Faszination Weißer Riese

Wer kennt nicht den Film „Der weiße Hai“ oder zumindest die ausdrucksstarken Szenen vom blutrünstigen und grausamen Ungeheurer des Weißen Haies? Dieses Bild von diesem eigentlich neugierigen und eher zurückhaltendem Tier ist noch heute stark verbreitet. Viele Tourist*innen werden förmlich magisch angezogen, im Urlaub diesem Tier so nah wie noch nie zu kommen und bei einem der Hai-Käfigtauch Angeboten mitzumachen.

In den USA, Südafrika und auch in Australien werden solche Tauchtouren angeboten. Die Tourist*innen fahren mit einem Boot und Crew raus auf's Wasser und steigen dort in einen Käfig, der dann in das Wasser gelassen wird. Der Hai wird angelockt und dann geht die Adrenalinfahrt auch schon los. Mensch und Tier ganz nah beieinander, ein unvergessliches Erlebnis?


Adrenalin zu welchem Preis

Damit werben auch diese Tourenveranstalter. Adrenalinpaket von vorn bis hinten. Doch zu welchem Preis? Um die Haie anzulocken kommen verschiedene Mittel zum Einsatz.

Südafrikanische Behörden sind bei der Durchsetzung der Genehmigungsvorschriften nicht stark und das bedeutet, dass die Betreiber für den Umgang mit den Tieren komplett selbstverantwortlich sind, ohne irgendwelcher Konsequenzen, wenn die Haie zu schaden kommen.

Einige Käfigtaucher benutzen Köder aus Holz und Glasfaser aufgrund ihrer Langlebigkeit und Bewegung im Wasser. Das führt dazu , das viele Haie Zähne verlieren, wenn sie danach greifen. Mit weichen Ködern, zum Bespiel mit Teppichen, kann dies vermieden werden.

Zum anderen werden auch sehr starke Monofilamentschnüre oder Polypropylen verwendet, um die Köder an Köderschnüren zu befestigen. Dies erschwert es dem Hai den Köder zu lösen was einen heftigen Kampf hervorruft. Aber auch das kann durch Naturfasern vermieden werden. Müll wird eingespart und es gibt eine geringe Wahrscheinlichkeit einer Hai-Verletzung.

Da Haie nicht rückwärts schwimmen, kollidieren sie mit dem Käfig und bringen damit den Menschen, aber auch sich selbst ungewollt und unkontrollierbar in Gefahr.  


Was kannst du tun?

Der Weiße Hai ist bedroht und steht auf der "Roten Liste". Die Betreiber und die Tourist*innen, die diese unterstützen, prägen das Bild des Haies heute und auch in Zukunft. Das erste, was Du machen kannst, ist sich mit dem Thema und dem Tier aufmerksam auseinander zu setzen und das Verhalten der Tiere zu reflektieren. Zudem ist die Qualität des Betreibers von Bedeutung. Welche Köder werden verwendet, welche Motive hat der Betreiber und wie geschult ist die Crew?

Und zu guter Letzt kannst du dir die Frage stellen, ob es für dich vielleicht eine Alternative gibt mit der du auch zufrieden bist und dir ein ähnlich gutes Erlebnis beschert.

Es gibt viele touristische Einrichtungen, die den Tierschutz des weißen Haies und anderen Meeresbewohnern gezielt fördern. Zwar ohne Adrenalinkick, aber für beide Parteien langfristig mit Gewinn. Achte hierbei, falls Tiere vor Ort sein sollten, stets auf artgerechte Haltung und informiere Dich über die Herkunft der Tiere, sowie das langfristige Ziel der Einrichtung.


Dir hat das Thema gefallen und Du möchtest noch mehr über Tierschutzfallen im Bereich Ökotourismus erfahren? Hier geht's zu den weiteren Teilen der Reihen: TIERSCHUTZFALLE - ELEFANTENREITEN, TIERSCHUTZFALLE - LIONWALKS, TIERSCHUTZFALLE - FAULAFFEN UND GIBBONS

Möchtest Du selbst aktiv werden und als Freiwilligenhelfer*in die Tiere direkt vor Ort unterstützen und bei der Aufzucht, Versorgung und Auswilderung von Wildtieren, insbesondere Primaten, dabei sein? Dann kommst Du hier zu unseren Tierschutzstationen in Afrika.