Was genau kannst du dir unter dem Begriff 

„Lion Walks“ vorstellen? 

Vor allem in Afrika gibt es viele Anbieter, die Spaziergänge mit Löwen („Lion walks“), kuscheln und knuddeln mit Löwenbabys sowie Erinnerungsfotos mit den Tieren anbieten. Die Anbieter verkaufen dies als Touristenattraktionen oder gaukeln Freiwilligenhelfer*innen, die sich für Tierschutzprojekte einsetzen möchten, vor, dass sie dabei helfen verwaiste Löwenbabys und Jungtiere großzuziehen und so Artenschutz zu betreiben. Mit den kleinen Löwenbabys verdienen die Anbieter zunächst Geld, indem sie sie für Erinnerungsfotos anbieten oder Touristen mit ihnen knuddeln lassen. Sobald die Löwen älter sind und damit nicht mehr „süß und klein genug“ sind, um gekuschelt und gestreichelt zu werden sowie mit den Touristen auf den Erinnerungsfotos zu posieren, werden sie ausgebildet, um an „Lion walks“ teilzunehmen. Bei „Lion walks“ handelt es sich um Spaziergänge, bei denen Touristen den dressierten Löwen an der Leine führen können. 


Was passiert mit den Tieren, wenn sie 

ausgewachsen sind? 

Auch für „Lion walks“ sind die Löwen irgendwann nicht mehr geeignet. Sobald sie erwachsen sind und stattliche Größen und Gewichte erreicht haben, wird es für solche Touristenattraktionen zu gefährlich. Für die erwachsenen Löwen bedeutet dies, dass sie für die Trophäenjagd freigegeben werden. 

Trophäenjäger*innen aus aller Welt können dann, sofern sie das nötige Kleingeld vorlegen, die erwachsenen Tiere bei sogenannten Gatterjagden abschießen. Gatterjagd bedeutet, dass die Tiere in abgegrenzte und überschaubare Gehege gebracht werden, die ihnen keine Chance auf eine Flucht bieten. Dazu kommt, dass die Löwen von klein in Kontakt zu Menschen stehen und so jede Scheu vor ihnen verloren haben. Beides soll dazu führen, dass selbst der unerfahrenste Jäger „seinen“ Löwen erlegen und eine Trophäe mit nach Hause nehmen kann. 

Da es sich bei der Jagd auf die „Big Five“ (Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden und Büffel) um ein lukratives Geschäft handelt, werden beispielsweise in Südafrika Löwen in Jagdfarmen gezielt dafür gezüchtet. Freiwillige Helfer aus der ganzen Welt stützen dieses Unterfangen, obwohl sie den Löwen eigentlich etwas Gutes tun wollen. Unwissende Touristen und Freiwilligenhelfer werden getäuscht und dazu benutzt, die Jagdfarmen finanziell zu unterstützen. Es wird ihnen beispielsweise vorgegaukelt, dass die kleinen Löwenbabys Weisen sind, die in den „Tierschutzstationen“ (eigentlich Jagdfarmen) aufgezogen und versorgt werden, um sie später wieder auszuwildern. 


Wie kannst du erkennen, ob es sich um ein Tierschutzprojekt oder eine Jagdfarm handelt? 

Sobald du die Löwen anfassen, mit ihnen knuddeln oder sogar spazieren gehen („Lion walks“) kannst, solltest du hellhörig werden. Projekte, die sich wirklich für den Tierschutz einsetzen, werden dir dies nämlich nicht erlauben. Es handelt sich hierbei um „Hands off“ Projekte, die es weder Freiwilligenhelfern noch Touristen erlauben, die Tiere anzufassen, zu knuddeln, mit ihnen spazieren zu gehen oder Fotos mit ihnen zu machen. Denke immer stets daran: Löwen sind keine Haustiere. Es handelt sich um Raubtiere, die respektiert und geschützt werden sollten! 


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